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Indogermanisches Etymologisches Woerterbuch [Pokorny] :

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Root / lemma: ardh-

English meaning: pole

German meaning: `Stange'?

Material: Arm. ardn `Lanze, Speer': lit. ar~das m. `Stangengerµst zum Flachstrocknen', alt ardamas `die in der Diagonale des Segels stehende Spreizstange' (s. zur Bed. Bezzenberger GGA. 1885, 920)'? Petersson KZ. 47, 245 (die lit. W£rter nicht besser nach Leskien Abl. 329 zu ardy“ti spalten, trennen', s. unten er- `locker').

References: WP. I 84.

Page(s): 63


Root / lemma: ardi-, r•di-

English meaning: point, edge

German meaning: `Spitze, Stachel'

Material: Ai. ali `Biene, Skorpion' (aus *ad·i, idg. *r•di) = gr. „rdij `Pfeilspitze, Stachel'; air. aird (*ardi-) `Punkt, Spitze, Himmelsrichtung', anord. erta (*artjan) `aufstacheln, anreizen, necken' (eine andere Deutung von erta unter er-, er-d- `in Bewegung setzen').

References: WP. I 83 f. , Lµders Schriften 429.

Page(s): 63


Root / lemma: areg-

English meaning: to lock

German meaning: `verschlie­en'

Material: Ai. argala-, argalƒ `Riegel', maked. „rgella `Badehµtte', woraus entlehnt alb. raga“l f. `Hµtte'; kimmer. „rgilla (*arg-el-iøƒ) `unterirdische Wohnung'; as. racud, ags. reced m. `Geb„ude, Haus'.

References: WP. I 81, WH. I 63, Jokl IF. 44, 22.

See also: Vgl. *areq- `schµtzen, verschlie­en'.

Page(s): 64


Root / lemma: ar(e)-g^- (arg^-?), r•g^i-

English meaning: glittering, white

German meaning: `gl„nzend, wei­lich'

Derivatives: erweitert r•g^-ro-, arg^u-

Material: Ai. a“rju-na- `licht, wei­'; rajata“- `wei­lich', rajata“m hi“ran·yam `wei­liches Gold, d. i. Silber', rajata“m `Silber' mit auff„lligem, trotz Osthoff MU. VI 33 nicht aus tiefstufigem (oder dgl. ) herleitbarem Vokalismus gegenµber av. rzata- n. , apers. ardata- `Silber' (-), lat. argentum, osk. aragetud `argento', air. arggat, mir. airget, cymr. arian(t), corn. mbret. argant, nbret. arc'hant `Silber', gall. ON Arganto-magus; arcanto-dan . . `Mµnzmeister', arm. arcat` `Silber', toch. A ƒrkyant N. Pl. f. ; mit anderer Bildung gr. „rguroj `Silber' (trotz dieser Gleichungen steht die Kenntnis des Silbers fµr die Urzeit nicht sicher, s. darµber und µber die Entlehnungsfrage Schrader RL. II2 394, G. Ipsen IF. 39, 235 f. , Festschr. Streitberg 228), messap. argorian (: ¢rgŚrion) ds. , argora-pandes (*arguro-pondiøos) `quaestor'.

    Thrak. „rgiloj `Maus', FlN –Arzoj (*Argiøos).

    Gr. ¢rgŅj `wei­, schnell', in Kompositis ¢rgi- : ¢rgi-kšraunoj `mit gl„nzendemDonnerkeil', ¢rgi-Ņdwn `mit blendend wei­en Z„hnen' (danach auch *¢rginŅj fµr ¢rgennŅj, weitergebildet zu ¢rginŅeij, Beiwort von auf wei­en Kalk- oder Kreidebergen gelegenen St„dten); ¢rga…nw `bin wei­'.

    ¢rgŅj wohl nach Wackernagel Verm. Beitr. 8 f. aus *¢rgrŅj dissimiliert, wozu sich der i-St. ¢rgi- der Komposita verh„lt wie av. drzi-ra±a- `feste Wagen besitzend' zu drzra- `fest'. Das mit ¢rgŅj lautlich gleiche ai. r•jra“- bedeutet auch `gl„nzend', ist also in dieser Bedeutung mit ¢rgŅj `wei­' etymologisch identisch (dazu auch ai. r•“j–ti-, r•j–ka- `strahlend'). Ai. r•jra“- `schnell', R·ji-s“van- `der µber schnelle Hunde gebietende Verbµndete Indras' = gr. ¢rgŅj `schnell' (ebenfalls von Hunden, also bereits ursprachliches Beiwort, s. Schulze Kl. Schr. 124), ¢rg…-pouj `schnellfµ­ig', PferdeN PŅd-argoj, h„lt Persson Beitr. 828 fµr ein von ¢rgŅj (r•jra“-) `wei­' verschiedenes Wort (zur Wz. reg^- `gerade' in ai. r•j–«a“- `gerade darauf loseilend', r•ji-pya“ `dahin schie­end', usw. ), gegen Bechtel Lexil. 57, der den Begriff des Leuchtens aus dem der schnellen Bewegung geflossen sein l„­t (vgl. `blitzschnell') wie auch Schulze aaO. Leuchtkraft der Farbe und Schnelligkeit der Bewegung (vgl. lat. micƒre) als versch. Seiten derselben Anschauuug betrachtet.

    „rgemon, „rgema n. `das Wei­e (im Auge, Nagel)', ¢rg»eij, dor. ¢rg©j (*¢rgaÆentj `gl„nzend'; es-St. in ™narg»j `deutlich, klar', ¢rges-t»j Beiwort des nŅtoj, `aufhellend' (s. zuletzt Schwyzer Gr. Gr. I 5001), ¢rgennŅj `wei­schimmernd' (*¢rges-nŅj); vielleicht auch in ¢rgeifŅnthj Beiwort des Hermes (`im Glanze t£tend'?).

    Ob der es-St. av. ąrzah- `Nachmittag und Abend' damit etymologisch zusammengeh£re, ist der Bed. halber mindestens ganz fraglich, s. Bartholomae Airan. Wb. 202, Bechtel aaO.

    ¢rg»j, -Įtoj, -šti, -šta `wei­schimmernd'; „rgilloj und „rgiÆloj `wei­er Ton' (lat. Lw. argilla, arg–la): „rgu-roj s. oben, „rgu-foj, ¢rgŚ-feoj `wei­gl„nzend' (im Wortausgang wohl zur Wz. bhƒ- `scheinen', Prellwitz BB. 22, 90, Bechtel Lexil. 57 f. ).

    Lat. argentum s. oben; argu” `mache klar, deutlich; helle einen Sachverhalt auf, µberfµhre', arg³tus `stimmkr„ftig, schwatzhaft; (seit Cicero auch:) strahlend, flimmernd' und `scharfsinnig'.

    Toch. A ƒrki, Ā ƒ¢rkwi `wei­' (*arg^uøiøo-), ƒrcune `Beiwort des k£nigl. Titels', A ƒrki-s“os·i `wei­e Welt' (vgl. cymr. elfydd S. 30); hett. ?ar-ki-i« (?arkis) `wei­'.

    e-Vokalismus zeigen die von Osthoff MU. V, S. V, und MU. VI 33 herangezogenen got. unai“rkns `unrein', ai“rkni?a `Reinheit, Echtheit', ahd. erchan `recht, echt', anord. jarknasteinn, ags. eorcnanstƒn `Edelstein' (dazu auch anord. jarteikn n. `Wahrzeichen' aus *jar[kn]-teikn, Lide“n bei Noreen Aisl. Gr. 3 §p. 281, 6); vgl. auch Feist 25b.

    Als gesichert kann ich die Zugeh£rigkeit der germ. Worte nicht ansehen, doch w„re hinsichtlich des Vokalismus Kreuzung von germ. *ark- = idg. *arg^- mit einem *erk- = ai. a“rcati, idg. *erk- wenigstens denkbar.

    UØber das von Uhlenbeck KZ. 40, 552, 560 herangezogene lit. a“r¼uolas, a§¼uolas, dial. a“u¼uolas, ostlit. dial. u“¼olas `Eiche', s. vielmehr Bezzenberger KZ. 42, 263, Trautmann Apr. 301, wonach an¼- (vgl. ąpr. ansonis) die ursprµngliche Form ist (anders Zupitza KZ. 36, 66, Germ. Gutt. 214).

    Bei Hirts (Abl. 124) Ansatz *ar(e)g^- bereiten die germ. Worte Schwierigkeit, doch s. oben. Der Ansatz eines 2. Wurzelvokals (areg^-) ist nur durch ai. rajata“m an die Hand gegeben, also zweifelhaft.

References: WP. I 82 f. , II 362 f. , WH. I 66, 848, Feist 25, Schwyzer Gr. Gr. I 260, 447, 481, Frisk Nominalbildg. 4.

    Specht (Dekl. 1141) setzt wegen gr. „rmh leuk» Hes. eine Farbwurzel ar- an, die er mit al- (oben S. 31) gleichsetzt.

   

Page(s): 64 - 65


Root / lemma: arenko-

English meaning: a k. of cereal

German meaning: Getreideart?

Material: Lat. arinca `Getreideart, olyra' (`Galliarum propria' Plin. n. h. 18, 81; fremdes, vermutlich gall. Wort, trotz Niedermann und 30 nicht echt lat. ), gr. „rakoj `Hµlsenfrucht, die unter den Linsen als Unkraut w„chst', „rakoi ŌspriŅn ti. de aŁtÕ kaˆ l£quron Hes.

    Wegen des Bedeutungsunterschiedes ganz fragliche Gleichung; keinen Einwand bietet freilich der nicht ausreichende Anklang von „rakoj an Ōroboj ™ršbinqoj. Nichtverwandt trotz Fick II4 16, 17 sind gr. „rtoj `Brot' (dunkler Herkunft, s. Boisacq 84), mir. arbar `Getreide' (s. *ar- `pflugen'), arƒn `Brot'.

References: WP. I 84, WH. I 67.

Page(s): 66 - 67


Root / lemma: areq-

English meaning: to guard, lock

German meaning: `schµtzen, verschlie­en'

Material: Ausfµhrlich Osthoff IF. 8, 54 ff. m. Lit.

    Arm. argel `Hindernis', denomin. argelum `wehre, halte ab, halte zurµck'; vielleicht mit o-Abt£nung orm `Mauer' (*ork-mo-?);

    gr. ¢rkšw `wehre, halte vor, schµtze, helfe; halte vor, reiche aus, genµge' (¢rkšsw, ½rkesa) wohl aus *¢rkšiøw; „rkoj n. `Schutz' (Alkman); „rkioj `ausreichend', aŁt-£rkhj `sich selbst genµgend', pod-£rkhj `rnit den Fµ­en ausreichend, schnell' (s. auch Bechtel Lexil. 279 f. );

    lat. arce”, -Œre `verschlie­en, einhegen; durch Abschlu­ fernhalten, abwehren, verhindern', arca `Kasten, Kiste, Lade, Geldschrank; Sarg' (eigentlich `Verschlu­', vgl. arcƒnus `unter Verschlu­, geheim'; aus dem Lat. stammt got. usw. arka `Kasten, Geldkasten, Arche', ahd. arahha, archa `Arche' und aus dem Germ. wieder aksl. raka `Grabh£hle', apr. arkan Akk. Sg. `Arche'), arx `feste H£he, Burg', arcera `bedeckter Wagen' (Suffix nach cumera, vgl. WH. I 63) osk. tri“i“barakavu“m `aedificare' (setzt ein *trŒbark- `ein Haus einhegen' voraus);

    ahd. rigil, mhd. rigel `Riegel', mengl. rail (ags. *reogol), Gµntert Kalypso 136;

    lit. ra~ktas `Schlµssel', raki°nti `schlie­en';

    hett. ?ar(k)- `halten, hahen', G£tze und Pedersen Mur«ili 50.

    Durch die Bed. wenig empfohlen wird Heranziehung von cymr. archen `Kleidung, Schuh', bret. arc'henna `Schuhe anziehen' (mir. acrann `Schuh, Kleidung' wohl aus arc- umgestellt, Stokes KZ. 41, 381).

    UØber den von W. Foy KZ. 35, 62 als `Burgberg' gedeuteten apers. Bergnamen arkadri- s. Justi IA. 17, 106 (angeblich (H)ara-kadri« `Bergschlucht'), aber dazu wieder Bartholomae Z. altiran. Wb. 105 Anm. 1, 116.

    Gegen Anreihung von slav. ra‰iti `wollen, g£nnen' (Bruckner KZ. 45, 108 Anm. ) spricht die Bed.

    Als Form mit o-Abt£nung (oder allenfalls mit or = ) gilt lat. Orcus `Unterweltsgott; Unterwelt, Totenreich' (`Verschlie­er'? unsicher).

   

References: WP. I 80 f. , WH. 62 f. , 848.

See also: AØhnlich aleq- `abwehren, schµtzen' und areg- (s. d. ).

Page(s): 65 - 66


Root / lemma: ar()-

English meaning: to plough

German meaning: `pflµgen'

Derivatives: ar-trom `Pflug'

Material: Arm. araur `Pflug' (*arƒtrom; Hµbschmann Arm. St. I 21);

    gr. ¢rŅw (½rosa, „rotoj) `pflµge, ackere', ¢rŅthj, ¢rot»r `Pflµger', „rotron `Pflug'; mit ursprµnglicher Vokalisierung der 2. Silbe herakl. ar£Æjonti, gortyn. „ratron. ¢rŅw usw. setzt nach Persson Beitr. 669 ein idg. *aro- neben *ar- voraus (vgl. toch. ƒre), oder trat an Stelle von ¢r£w gleichzeitig mit der Umbildung vieler faktitiver Denominative auf -£w zu solchen auf -Ņw nach den daneben liegenden o-Nomina, unter besonderem Einflu­ von neŅw `Land neu umpflµgen'.

    lat. ar”, -ƒre `pflµgen, ackern' (fµr „lteres *ar-mi), arƒtor `Pflµger', arƒtrum `Pflug' (-ƒ- fµr *-a¢- nach arƒre);

    mir. airim `pflµge', cymr. arddu (aus *arj-) `pflµgen', arddwr `Pflµger', mir. ar n. `Ackerland', cymr. ar f. ds. , mir. ar-a“n `Brot', arathar (*artrom), cymr. aradr, corn. aradar, mbret. arazr, nbret. arar `Pflug'; mir. airem (*ariøom”), Gen. aireman `Pflµger', auch PN Airem-o“n;

    got. arjan, anord. erja, ags. as. erian, ahd. erran, mhd. ern `pflµgen, ackern', anord. ar‹r `Pflug', ahd. art `gepflµgtes Land', ags. ear‹, ier‹ f. `gepflµgtes Land, Ertrag' (s. auch unter *ar- `fµgen' µber nhd. Art), mhd. arl, nhd. Arl, Arling `Pflug' (ob Lehnwort aus slav. *ordlo? echt germ. nach Meringer IF. 17, 121);

    lit. ariu°, a“rti `pflµgen', a“rklas (*ar-tlom) `Pflug', arkly~s `Pferd' (als `Pflugtier'); arto“jas `Pflµger' (*ar-tƒiøa-), apr. artoys `Ackersmann' (mit sekund„rer Dehnstufe lit. ore†~ `Pflµgezeit', vgl. gr. polŚhroj polu£rouroj Hes. ), lett. ar'u `pflµge', ara, ƒre `Ackerland'; lit. armena° `oberfl„chlich gepflµgte Erdschicht';

    aksl. orjo§, orati `pflµgen'; ralo (serb. ra?lo, poln. radšo) `Pflug' (*ar()-dhlom: lit. a“rklas), ratajü `Pflµger'; µber slav. *ora- s. Trautmannn 13;

    toch AB aÆre `Pflug'. Hierzu geh£rt:

    ar()uø-:

    Arm. haravunk` `Ackerland' (Scheftelowitz BB. 29, 58), lat. arvus, -a, -um `zum Pflµgen bestimmt, Acker, Saat', bes. arvum `Saatgefilde, Flur', umbr. arvam-en `in arvum' (= dem lat. fem. arvas A. Pl. ), ar(u)via `Feldfrµchte'; mir. arbor (*aruør•) `Getreide', Dat. arbaim, Gen. (schon air. ) arbe (*aruøens), Pl. N. A. arbanna (r/n-St. : Stokes KZ. 37, 254, Pedersen KG. I 63, II 106; davon airmnech `der Mann, der viel Getreide besitzt', Corrnac's Gl. , mit -mn- = -vn-, Stokes KZ. 38, 458); gr. „roura `Ackerland' (formell noch nicht klar; wohl nach Benveniste Norns 113 aus *¢ro-raÆ, Erweiterung von ¢ro-ar aus *aro-uør•, vgl. mir. arbor. Unglauhhaft Otre§bski KZ. 66, 78).

    Die durch ihr altes e- abweichenden cymr. erw f. `Feld', Pl. erwi, er-wydd, corn. erw, ereu ds. , abret. mbret. eru, nbret. ero `Furche' geh£ren dagegen zu ahd. ero `Erde', gr. œra, arm. erkir `Erde' (fµr letzteres vermutet Pedersen KZ. 38, 197 ebenfalls ein *eruø- als Grundlage), m£gen aber die Anwendung fµr bebautes Feld von einem *ar()uøo- µbernommen haben.

    Aus dem Mangel arischer Entsprechungen darf nicht gegen die Bekanntschaft mit dem Pflug in indogermanischer Urzeit geschlossen werden.

References: WP. I 78 f. , WH. I 69, Schwyzer Gr. Gr. I 362, 683.

    Nach Specht KZ. 68, 422 weiterhin zur Wz. *er- (er-5) `zertrennen' als `den Boden aufrei­en'?

Page(s): 62 - 63


Root / lemma: ario-?

English meaning: master, lord

German meaning: `Herr, Gebieter'

Material: Ai. ar(i)ya“- `Herr, gastlich', ƒ“r(i)ya- `Arier', ƒryaka `ehrwµrdiger Mann'; av. airy”, apers. ariya- `arisch'; gall. PN. Ario-mƒnus (GIL, III 4594); ir. aire (gl. primas) neben airech, wo *arjo- und *arjako- anzusetzen ist, welches sich zu ai. ƒryaka verh„lt wie gr. me‹rax `Jµngling' zu ai. maryaka“- `M„nnchen' (Pedersen Kelt. Gr. II 100). Dagegen geh£rt mir. ruire nicht hierher, sondern aus ro + r– `Gro­k£nig'.

    UØber ai. aryama“n n. `Gastlichkeit', m. `Gastfreund', av. airyaman-, npers. Œrmƒn `Gast', s. oben unter al-1.

    Sollte W. Krause (Runeninschriften 539) richtig urnord. arjostŒR N. Pl. `die Vornehmsten' lesen, so mµ­te allerdings ein urnord. *arjaR `vornehm' und ein idg. *ariøo- angesetzt werden, das im Ai. lautlich mit einer Ableitung von ari“- `Fremder' zusammengefallen w„re. Kelto-germ. PN Ario-vistus beweist allerdings nichts, da Ario- fµr *Hario- stehen k£nnte. Auch air. aire, airech `Freier' sind zweideutig, s. oben unter al-1.

References: WP. I 80.

Page(s): 67


Root / lemma: ar-1*, themat. (a)re-, schwere Basis ar-, rŒ- und i-Basis (a)r–¢-, rŒi-

English meaning: to join, fit

German meaning: `fµgen, passen'

Comments: mehrfach und vielleicht „ltest vom planm„­igen Aufeinanderlegen beim Holzbau (auch Steinbau?? Meringer IF. 17, 124) und vom Aufstapeln von H£lzern, aber auch vielfach auf geistiges Zurechtlegen, Berechnen µbertragen. Ausfµhrlich bes. Persson Beitr. 632 f. , 666, 741 f. , 856. (entweder aus dem iøo-Pr„s. *(a)-iø” entwickelt oder ursprµnglich, so da­ *(a)- vorkonsonantische Entwicklung daraus)

Material:

    ------------------

    *) E. -M. 74 will wegen arm. eri `Bug, Schulter von Tieren', y-eriurel `anpassen' eine Grundform *er- postulieren. Aber arm. eri geht nach Liden Me“l. Pedersen 88 f. auf idg. *rŒito-, *rŒiti zurµck! Vgl. Trautmann 242.

    -------------------

    Av. arƒnte `sie setzen sich fest, bleiben stecken', ai. ara“- `Radspeiche', aram, a“lam Adv. (a“ram·kar-, alam·kar `zurechtmachen' und `dienen', wozu wohl ąrą-ti“- `Diener' und rƒ-ti“- `bereitwillig', av. rƒiti `dienstwillig, Diener') `passend, genug', av. arm `passend, entsprechend' (arÆm-pi±wƒ `Mittag' = `die zum Mahle passende Zeit', woneben ra-pi±wƒ ds. mit schwundstufigem ra- neben *ara-, wovon arm Adv. , Bartholomae Airan. Wb. 189, 1509), ratu- m. , `Richter, Schiedsrichter' und `Zeitraum' (gemeinsame Grundbedeutung etwa `Zurechtlegung', woraus `Zurechtlegung des Rechts' und `richtiger Zeitpunkt'); ai. ar-p-a“yati `steckt hinein, befestigt'; µber hett. ?ar-ap- (?arp-) `hinstellen'? vgl. Couvreur H? 114 f. ;

    arm. ar†nem `mache', y-ar `consentaneo, congiunto, contiguo, appresso' (arar `hat gemacht' = gr. „rare), wovon yarem `aggiungere, congiungere' (Bugge KZ. 32, 21), ‰·ar `schlecht' mit negativem ‰· [= o‰·] `nicht passend' (Bugge aaO. 23);

    gr. ¢rar…skw, Perf. „raÆra `fµge zusammen', „rmenoj `angefµgt, passend', Ōar `Gattin' (wohl nach Brugmann IF. 28, 293, Schwyzer Gr. Gr. I 434 hierher mit Pr„f. *o-, kaum zur Wz. *ser- oder Wz. *uøer-, ¢-e…rw); dazu Ńar…zw `habe vertrauten Umgang'; auch `plaudere vertraulich'; calko-£raj `erzgefµgt, gepanzert', auch ceri-£raj tšktwn Pind. , „r-qron `Glied, Geleuk', ¢rqmŅj `Verbindung, Freundschaft', „rqmioj `vereint'; mit t-Suffixen homer. d£m-ar-t- `Hausfrau' (`die des Hauses Waltende'), „ol. dŅmortij Hes. ; pul£rthj `Hades als Verschlie­er des Unterweltstores' (Schwyzer Gr. Gr. I 451, 5); ¢re- in ¢ršskw `gleiche aus, mache gut, befriedige', ¢ršskei moi `es pa­t, gef„llt mir', ¢ršskesqai, ¢ršssasqai `sich verst„ndigen, einig werden mit jemandem; sich geneigt machen, vers£hnen', ¢ret» `Tµchtigkeit', ¢re…wn `besser' (in Beziehung steht wohl ¢ri- `sehr' in Kompositis, womit Reuter KZ. 31, 594a 1 auch ai. ari-g³rta“-, -«·tuta“- als `eifrig gepriesen' vergleichen m£chte; unsicher wegen gr. ™ri- `sehr' s. Boisacq s. v. , oben S. 24 Anm. ); „ristoj `besser, best', ¢risterŅj `links'.

    Mit Dehnung qum-»rhj `wohlgef„llig', Ómhroj `Gatte; Geisel, Unterpfand', Šmhršw `treffezusammen'; nach Birt Philol. 87, 376 f. w„re –Omhroj eigentl. `Begleiter, der Blinde, der mit seinem Fµhrer geht'.

    Aus dem Slav. vielleicht poln. ko-jarzyc“ `knµpfen, verbinden, vereinigen' (z. B. Miklosich EWb. 100, Berneker 31, 532).

    UØber das vielleicht verwandte gr. „ra, lit. ir~ s. 4. ar `nun, also'.

    Toch. A ƒrwar, Ā ƒrwer, ƒrwar `bereit', Ą ąr„m, Ā ere `Gesicht' (vgl. lat. figura). Van Windekens BSL. 41, 56, Duchesne-Guillemin ebenda 173.

    t-Bildungen: r•t-, art- `zusammengefµgt'.

    Ai. r•ta“- n. `passend, recht', r•ta“m n. `wohlgefµgte, heilige Ordnung' (zur Bed. s. Oldenberg GGN. 1915, 167-180; nicht `Opfer'), r•tŒna `rite', av. arta-, rta- n. , apers. arta- (in Kompos. ) `Gesetz, Recht, heiliges Recht', av. a«a- u. , `was recht, wahr ist', ai. r•tƒvan(t)- `ordnungsgem„­, gerecht', av. a«ƒ¢van/t/-; ai. r•tu“- `bestimmte Zeit, Ordnung, Regel', r•ti“- f. `Art, Weise' (zu unserer Wz. nach Kluge PBrB. 9, 193; s. auch Meringer IF. 17, 125, B. Geiger WZKM. 41, 107), av. aipi-rta- `bestimmt, fest zugewiesen';

    arm. ard, Gen. -u (= gr. ¢rtŚj, lat. artus, -³s, vgl. auch oben ai. r•tu“-) `struttura, costruzione, ornamento' (Hµbschmann Arm. Gr. I 423, Bugge KZ. 32, 3), z-ard `apparatus, ornatus'; ard `soeben, jetzt' (= gr. „rti) (Bartholomae Stud. II 23, Bugge aaO. , Meillet Esquisse 36), ardar `gerecht' (Hµbschmann Arm. St. I 21, Arm. Gr. I 423; PerssonBeitr. 636 a 2 erw„gt dafµr auch idg. dh; vgl. av. ardra- `getreu, zuverl„ssig, glaubenstreu, fromm' und die anderen unten genannten dh-Ableitungen), ardiun `struttura (Pedersen KZ. 40, 210);

    gr. ”mart» `gleichzeitig' (Instr. eines *”m-artŅj `zusammengefµgt, zusammentreffend'), Šm-artšw `schlie­e mich an jemanden an, begleite' (auf Grund eines *Óm-artoj); ti-St. in ¢rti-ep»j (`des Wortgefµges kundig'), ¢rt…-po(u)j `mit gesunden Fµ­en', ¢rt…-frwn `mit fest(gefµgt)em Verstande' (vermutlich auch in „rtamoj `Schl„chter; M£rder', wovon ¢rtamšw `schlachte, zerstµckle', nach J. Schmidt Krit. 83 f. aus *¢rti- oder allenfalls *¢rtotamoj `kunstgerecht zerschneidend', vgl. ai. r•ta-n–- `richtig fµhrend', r•ta-yuj `richtig eingeschirrt'); wohl auch ¢rtem»j `frisch und gesund', vårmutlich dissimiliert aus *¢rti-dem»j zu dšmaj `mit wohlgefµgtem K£rper'; „rti `eben, gerade' von der Gegenwart oder n„chsten Vergangenheit (vgl. oben arm. ard `soeben, jetzt' und ard-a-cin `neugeboren' wie gr. ¢rti-gen»j; morphologisch noch nicht ganz klar, vielleicht Lokativ); ¢p-art… `genau, gerade', „rtioj `angemessen, gerade, vollkommen', ¢rti£zw `spiele gerade oder ungerade', ¢rt…zw `mache fertig, bereite', „rsion d…kaion Hes. , ¢n£rsioj `feindlich', ™part»j `gerµstet';

    ¢rtŚn fil…an kaˆ sŚmbasin, ¢rtŚj sŚntaxij (= lat. artus) Hes. , ¢rtŚw, ¢rtŚnw `fµge zusammen, bereite', ¢rtŚÆnaj, „rtuÆnoj, ¢rtuÆt»r Beamtentitel von Argos, Epidauros, Thera.

    Lat. artus `eng in Raum und Zeit, straff' (Adv. artŒ, ursprµngl. Instrumental wie ”mart»); ars, -tis `die Geschicklichkeit, Kunst, Art und Weise' (eigentlich `Zusammenfµgung, Gabe richtig zusammenzufµgen' = mhd. art), dazu die Komposita in-ers `kunstlos, tr„ge', soll-ers `geschickt', allers, alers `gelehrt'; arti”, -ire `fest zusammenfµgen, zusammenpressen' (jµnger artƒre); artus, -³s `Gelenk, Glied', articulus `ds. ; Augenblick, Wendepunkt';

    lit. arti° `nahe' (Lok. des ti-St. );

    mhd. art f. `Art und Weise', anord. ein-ar‹r `einfach, aufrichtig', eino§rd `Zuverl„ssigkeit';

    toch. Ā ar(t)kye `reich, wertvoll' (?).

    m-Bildungen:

    A. Von der leichten Basis ar-.

    Arm. y-armar `passend, angemessen' (Bugge KZ. 32, 21);

    gr. ”rmŅj `Fuge, Zusammenfµgung, Gelenk', ”rmo‹ `eben, jµngst' (”rmŅzw `verbinde, fµge zusammen, passe an, ordne', ”rmon…a `Verbindung, Bund, Ebenma­, Einklang'), ¤rma `Wagen' (µber den ` dieser Worte s. Sommer Gr. Lautst. 133, Meillet BSL. 28, c. -r. 21 f. [*arsmo-?], Schwyzer Gr. Gr. I 306; weitere Lit. bei Boisacq 79), ”rmali£ `zugeteilte Nahrung, Proviant';

    lat. arma, -”rum `Ger„tschaften, Rµstzeug, Waffen', armentum `Rudel von Pferden oder Rindern'.

    Darau klingt an anord. jo§rmuni `Rind, Pferd' und die PN got. *Ai“rmana-reiks, ags. Eormenr–c, aisl. Jo§rmunrekr, mhd. Ermenr–ch; dasselbe erste Glied zur Bezeichnung von etwas gro­em auch z. B. in Ermunduri `Gro­thµringer', anord. jo§rmungrund `die weite Erde' = ags. eormengrund, ahd. irmindeot, as. Irmin-s³l, und in der Kurzform Herminones. Doch bestreitet Brµckner KZ. 45, 107 mit Recht, da­ `Gro­vieh' die ursprµngliche und `gro­' die daraus abgeleitete Bed. sei und entscheidet sich umgekehrt fµr `gro­, erhaben' als Ausgangspunkt wegen slav. rame¹nś `gewaltig, stark, heftig, pl£tzlich' (ob hierher lit. er~mas `Ungeheuer', lett. e§r~ms `Affe, Possenrei­er, wunderliche Erscheinung'?), das als `emporgeschossen' zu *er-, *or- (orior usw. ; vgl. formell Ōrmenoj), nicht als `festgefµgt, massiv' zu *ar- `fµgen' geh£rt.

    Aksl. jarümś `Joch' (z. B. Miklosich EWb. 100, Berneker 31), sloven. je“rmen `Jochriemen, Riemen'; mit schwundstufigem Anlaut und themat. Vokal: aksl. remenü, serb. re°“mŒn usw. `Riemen'; Specht Dekl. 149 f.

    Toch. Ā yarm, AB y„rm `Ma­'.

    Ā. Von der schweren Basis ąr-mo-: r•Æ-mo- `Arm'.

    Ai. –rma“-h· `Arm, Vorderbug' (ursprµngl. `Achselgelenk', vgl. „rqron, lat. artus) = av. ąrmą- `Ąrm', osset. „rm `hohle Hand', „lm-„ri·n, „rm-„ri·n `Ellenbogen', lat. armus `der oberste Teil des Oberarms, Schulterblatt, bei Tieren der Vorderbug' (aus *ar//mos), gall. aram” `Gabelung', *aramones `Schårenarme der Deichsel' (Wartburg I 119, Jud bei Howald-Ģåóår R£m. Schweiz 374 ff. ), apr. irmo f. `Arm', lit. i°rme†de† (`Armfra­', d. i. :) `Gicht in den Gelenken', irm-liga `Gicht' (s. Trautmann Apr. 347); hochstufig lit. ¼em. Pl. tant. armai~ `Vorderarm am Wagen' (ibd. ), aksl. ramo, rame§, serb. ra°“me `Schulter', got. arms, ahd. usw. arm `Ąrm', ąrm. armukn `Ellenbogen' (Hµbschmann Arm. Stud. I 21).

    Wzf. rŒ-, r-:

    Lat. reor, rŒr– `berechnen, meinen, dafµrhalten' (das primitivste Z„hlen wird vom Aufeinanderlegen oder -schichten der zu z„hlenden Stµcke begleitet), Partiz. ratus `in der Meinung', aber auch `berechnet, bestimmt, gµltig, rechtskr„ftig', rati” `Berechnung, Erw„gung, Vernunft, Beweggrund, Grund'; nach EM. 793 hierher (pr”)porti” aus porti”ne =pr” rati”ne;

    got. *gara?jan (nur Partiz. gara?ana) `z„hlen', an. hundra‹, nhd. Hundert (*ra‹a n. `Zahl' = lat. ra¢tum; s. Fick III4 336); ahd. girad `gerad (nur von Zahlen)', nhd. gerad (nur von durch 2 teilbaren Zahlen; verschieden von gerad = geradeaus), mit neuem Ablaut anord. -r?Ƌr eigentlich `nach Zehnern gez„hlt' (Fick III4 336); got. ra?j” `Zahl, Rechnung, Rechenschaft', as. rethia `Rechenschaft', ahd. radja, redea `Rechenschaft, Rede und Antwort, Rede, Erz„hlung', afries. birethia `anklagen', as. rethi”n, ahd. red(i)”n `reden' (die genaue UØbereinstimmung von ra?j” mit lat. ratio bestimmt z. B. Kluge11 s. v. `Rede' zur Annahme von Entlehnung des germ. Wortes unter Einflu­ von gara?ian; richtiger scheint mir Falk-Torp 886 ra?j” als prim„re -iø”n-Ableitung von der germ. Wz. *ra?-[gara?jan] zu bestimmen).

    Ob hierher auch anord. ro§‹ `Reihe, bes. dem Strande entlang ziehende Erh£hung', mnd. rat f. `Reihe'? (Fick III4 337; `Reihe' als `aneinander Gefµgtes, Geschichtetes'?).

    Ahd. rƒmen `nach etwas trachten, streben, zielen', as. r”mon `streben', mhd. mnd. rƒm `Ziel' kann als `geistig zurechtlegen, berechnen' unserem *- zugeh£ren, wenn auch dabei das (erst jµnger belegte) Subst. rƒm als Bildung mit Formans -mo- der Ausgangspunkt gewesen sein mu­.

    dh-Erweiterung rŒ-dh-, r”-dh-, r-dh-:

    Ai. rƒdhn”“ti, rƒ“dhyati `macht (passend) zurecht, bringt zustande; ger„t, gelingt, hat Glµck womit; befriedigt, gewinnt jemanden', rƒdhayati `bringt zustande, befriedigt', rƒdha- m. , rƒdhah· n. `Segen, Gelingen, Wohltat, Gabe, Freigebigkeit', av. rƒ‹aiti `macht bereit', rƒ‹a- m. `Fµrsorger', rƒdah- n. `Sichbereitstellen, Bereitwilligkeit (in religi£ser Hinsicht)', apers. rƒdiy (Lok. Sg. ) `wegen' (vgl. aksl. radi s. unten), npers. ƒrƒyad, ƒrƒstan `schmµcken'; air. imm-rƒdim `µberlege, µberdenke', ącómr. amraud `mens', ncymr. amrawdd `Gespr„ch' mit ders. Bed. wie air. no-rƒidiu, no-rƒdim `sage', mcymr. adrawd `erz„hlen' und got. r”djan, anord. r?Ƌa `reden' (vgl. auch oben nhd. Rede, reden; no-rƒidiu und r”djan setzen, wie sl. raditi, ein kaus. -iter. *r”dheiø” fort); got. garŒdan `worauf bedacht sein, Vorsorge treffen', urrŒdan `urteilen, bestimmen' (vgl. zur Bed. bes. lat. rŒr–), undrŒdan `besorgen, gew„hren', ahd. rƒtan `raten, beratschlagen, worauf sinnen, anstiften, deuten (R„tsel), auffordern, wofµr sorgen, verschaffen', as. rƒdan, anord. rƒ‹a, ags. r?Ædan (letzteres auch `lesen', engl. read), Subst. ahd. rƒt m. `vorhandene Mittel, Rat, Ratschlag, UØberlegung, Entschlu­, Absicht, Vorsorge, Vorrat', „hnlich as. rƒd, anord. rƒd, ags. r?Æd; aksl. raditi `sorgen' (serb. ra^di^m, ra“diti `arbeiten, trachten', rad `Gesch„ft, Arbeit'; s. Uhlenbeck KZ. 40, 558 f. ), radi `wegen', woneben *rdh- in aksl. nerodś `Vernachl„ssigung', sloven. ro“§dim, ro§diti `sorgen, sich kµmmern'.

    Wzf. (a)r–¢-, rŒi- (s. Person Wzerw. 102, 162, 232; Beitr. 741):

    Gr. ¢rar…skw (wenn nicht Neubildung, s. oben S. 56), ¢riqmŅj `Zahl', n»ritoj `ungez„hlt', arkad. ™p£ritoj `™p…lektoj, auserlesen', ¢rim£zei ”rmŅzei Hes. ; lat. r–tus, -³s `hergebrachte Art der Religionsµbung, Gebrauch, Sitte, Gewohnheit, Art', r–te `in passender Art, nach dem rechten religi£sen Gebrauch' (Lok. eines neben -tu-s liegenden kons. St. *-t-); air. r–m `Zahl', ƒram (*ad-ri-mƒ) ds. , do-r–mu `z„hle', cymr. rhif `Zahl', anord. r–m n. `Rechnung, Berechnung', as. unr–m `Unzahl', ags. r–m n. `Zahl', ahd. r–m m. `Reihe, Reihenfolge, Zahl' (die Bed. `Vers, Reim' von anord. und mhd. r–m wohl nach Kluge10 s. v. Reim aus frz. rime, das aus rythmus herzuleiten ist).

    Vielleicht ist auch *rŒi- `Sache' (lat. rŒs usw. ) nach Wood ax 226 anzureihen als Wznomen der Bed. `aufgestapeltes Hab und Gut'.

    Dazu wahrscheinlich als dh-Erweiterung rŒi-dh- (vgl. oben rŒ-dh- neben -):

    Got. garai?s `angeordnet, bestimmt', raidjan, garaidjan `verordnen, bestimmen', anord. g-rei‹r `bereit, leicht, klar', grei‹a `auseinanderwickeln, ordnen, zurechtlegen, zustande bringen, entrichten, zahlen', mhd. reiten `zurµsten, bereiten, z„hlen, rechnen, berechnen, bezahlen', reite, gereite, bereite, ahd. bireiti `bereit', antreit– `series, ordo', lett. riedu, rizt `ordnen', raids `bereit, fertig', ridi, ridas `Ger„t, Kram'.

    Ganz fraglich ist die von Persson aaO. erwogene Zugeh£rigkeit von aksl. ora§dije `apparatus, instrumentum' (nicht aus ahd. ƒrunti `Botschaft' entlehnt, s. Pedersen KZ. 38, 310), re§dś `Ordnung', lit. ri“nda `Reihe', lett. rin~da `Reihe, Zahl'. Unter der Voraussetzung, da­ diese idg. d, nicht dh fortsetzen (*re-n-d-), reiht man (z. B. Fick I4 527, Pedersen aaO. , s. auchEM. 711) auch die folgende Sippe an: Ńrdšw `lege ein Gewebe an', ŃrdikŅn tÕn citwn…skon. P£rioi, Ōrdhma ¹ tolŚph tīn ™r…wn Hes. , lat. ”rdior, -–r–, ”rsus sum (aus der Webersprache, Bre“al MSL. 5, 440) `anzetteln, anreihen, anfangen, beginnen', ex”rdior `zettle ein Gewebe an', red”rdior `hasple ab', ”rdo, -inis `Reihe, Ordnung' (auch umbr. urnasier scheint = ordinariis zu sein, Linde Glotta 3, 170 f. ; anders Gl. 5, 316), Trifft der Zusammenhang mit ar- `fµgen', das dann auch von der Weberei gebraucht gewesen w„re, zu (Persson Wzerw. 26, Thurneysen Thes. unter artus, -³s), so w„re der Vokal von *or-d-eiø” als Kausativ-Iterativ-Vokalismus zu rechtfertigen.

    Noch fraglicher ist, ob nach Reichelt KZ. 46, 318 als k-Erweiterungen der Basen ar-, ar- mit derselben Anwendung auf die Weberei auch anzureihen seien:

    Gr. ¢r£cnh `Spinne', lat. arƒneus `zur Spinne geh£rig', arƒnea, -eus `Spinne' (*ar-k-snƒ; der Wortausgang zu *snŒ- `nere' als `Netzspinnerin'?); angeblich dazu (Walter KZ. 12, 377, Curtius KZ. 13, 398) gr. „rkuj `Netz', ¢rk£nh ·£mma ń tÕn st»mona ™gkataplškousinaƒ diazŅmenai Hes. (s. auch Boisacq 79), wozu nach Bezzenberger BB. 21, 295 lett. er'kuls `Spindel; Wickel von Heede zum Spinnen' (das fµr *arkuls stehen kann). Lide“n IF. 18, 507 f. stellt besser „rkuj zu slav. *orkyta, serb. ra°kita `Rotweide' und lett. e~rcis, gr. „rkeuqoj `Wacholder' als Str„uchern mit zum Flechten verwendbaren Zweigen.

References: WP. I 69 ff. , WH. I 69, 70, Trautmann 13 f.

See also: S. unten arqu- und erk-.

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Root / lemma: ar-2 oder er-

English meaning: to distribute

German meaning: `zuteilen; (med. ) an sich bringen'

Grammatical information: mit idg. nu-Pr„s.

Material: Av. ar- (Pr„s. rnav-, rnv-, Pr„t. Pass. rnƒv–) `gew„hren, zuteil werden lassen; gew„hrleisten', mit us- und frƒ `(als Anteil) aussetzen und zuweisen', frÆrta- n. `Zuweisung (von Opfern u. dgl. ), Darbringung' (Bartholomae Altiran. Wb. 184 f. );

    arm. ar†num `ich nehme', Aor. ar† (Hµbschmann Arm. Gr. I 420; die Bed. aus medialem `teile mir zu' vgl. ai. da“lƒmi `gebe': ƒ datŒ `nehme an mich, empfange'; ebenso in:)

    gr. „rnumai `erwerbe, suche zu erreichen, empfange, bes. als Preis oder Lohn', durativ gegenµber ¢ršsqai `erwerben, gewinnen', Aor. ¢rŅmhv, ŗrŅmhn; misq£rnhj, m…sqarnoj `Lohnarbeiter', „roj n. `Nutzen' (Aesch. );

    hitt. ar-nu-mi `ich bringe' (Schwyzer Gr. Gr. I 696) geh£rt wohl eher als Kausativ zu 3. er- `sich in Bewegung setzen'.

    Den Hochstufenvokalismus der Wz. sicherstellende Formen fehlen.

References: WP. I 76 f.

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