Thrak. „rgiloj `Maus', FlN Arzoj (*Argiøos).
Gr. ¢rgŅj `wei, schnell', in Kompositis ¢rgi- : ¢rgi-kraunoj `mit glnzendemDonnerkeil', ¢rgi-Ņdwn `mit blendend weien Zhnen' (danach auch *¢rginŅj fµr ¢rgennŅj, weitergebildet zu ¢rginŅeij, Beiwort von auf weien Kalk- oder Kreidebergen gelegenen Stdten); ¢rga nw `bin wei'.
¢rgŅj wohl nach Wackernagel Verm. Beitr. 8 f. aus *¢rgrŅj dissimiliert, wozu sich der i-St. ¢rgi- der Komposita verhlt wie av. drzi-ra±a- `feste Wagen besitzend' zu drzra- `fest'. Das mit ¢rgŅj lautlich gleiche ai. rjra“- bedeutet auch `glnzend', ist also in dieser Bedeutung mit ¢rgŅj `wei' etymologisch identisch (dazu auch ai. r“jti-, rjka- `strahlend'). Ai. rjra“- `schnell', R·ji-s“van- `der µber schnelle Hunde gebietende Verbµndete Indras' = gr. ¢rgŅj `schnell' (ebenfalls von Hunden, also bereits ursprachliches Beiwort, s. Schulze Kl. Schr. 124), ¢rg -pouj `schnellfµig', PferdeN PŅd-argoj, hlt Persson Beitr. 828 fµr ein von ¢rgŅj (rjra“-) `wei' verschiedenes Wort (zur Wz. reg^- `gerade' in ai. rj«a“- `gerade darauf loseilend', rji-pya“ `dahin schieend', usw. ), gegen Bechtel Lexil. 57, der den Begriff des Leuchtens aus dem der schnellen Bewegung geflossen sein lt (vgl. `blitzschnell') wie auch Schulze aaO. Leuchtkraft der Farbe und Schnelligkeit der Bewegung (vgl. lat. micre) als versch. Seiten derselben Anschauuug betrachtet.
„rgemon, „rgema n. `das Weie (im Auge, Nagel)', ¢rg»eij, dor. ¢rg©j (*¢rgaÆentj `glnzend'; es-St. in narg»j `deutlich, klar', ¢rges-t»j Beiwort des nŅtoj, `aufhellend' (s. zuletzt Schwyzer Gr. Gr. I 5001), ¢rgennŅj `weischimmernd' (*¢rges-nŅj); vielleicht auch in ¢rgeifŅnthj Beiwort des Hermes (`im Glanze t£tend'?).
Ob der es-St. av. ąrzah- `Nachmittag und Abend' damit etymologisch zusammengeh£re, ist der Bed. halber mindestens ganz fraglich, s. Bartholomae Airan. Wb. 202, Bechtel aaO.
¢rg»j, -Įtoj, -ti, -ta `weischimmernd'; „rgilloj und „rgiÆloj `weier Ton' (lat. Lw. argilla, argla): „rgu-roj s. oben, „rgu-foj, ¢rgŚ-feoj `weiglnzend' (im Wortausgang wohl zur Wz. bh- `scheinen', Prellwitz BB. 22, 90, Bechtel Lexil. 57 f. ).
Lat. argentum s. oben; argu” `mache klar, deutlich; helle einen Sachverhalt auf, µberfµhre', arg³tus `stimmkrftig, schwatzhaft; (seit Cicero auch:) strahlend, flimmernd' und `scharfsinnig'.
Toch. A rki, Ā ¢rkwi `wei' (*arg^uøiøo-), rcune `Beiwort des k£nigl. Titels', A rki-s“os·i `weie Welt' (vgl. cymr. elfydd S. 30); hett. ?ar-ki-i« (?arkis) `wei'.
e-Vokalismus zeigen die von Osthoff MU. V, S. V, und MU. VI 33 herangezogenen got. unai“rkns `unrein', ai“rkni?a `Reinheit, Echtheit', ahd. erchan `recht, echt', anord. jarknasteinn, ags. eorcnanstn `Edelstein' (dazu auch anord. jarteikn n. `Wahrzeichen' aus *jar[kn]-teikn, Lide“n bei Noreen Aisl. Gr. 3 §p. 281, 6); vgl. auch Feist 25b.
Als gesichert kann ich die Zugeh£rigkeit der germ. Worte nicht ansehen, doch wre hinsichtlich des Vokalismus Kreuzung von germ. *ark- = idg. *arg^- mit einem *erk- = ai. a“rcati, idg. *erk- wenigstens denkbar.
UØber das von Uhlenbeck KZ. 40, 552, 560 herangezogene lit. a“r¼uolas, a§¼uolas, dial. a“u¼uolas, ostlit. dial. u“¼olas `Eiche', s. vielmehr Bezzenberger KZ. 42, 263, Trautmann Apr. 301, wonach an¼- (vgl. ąpr. ansonis) die ursprµngliche Form ist (anders Zupitza KZ. 36, 66, Germ. Gutt. 214).
Bei Hirts (Abl. 124) Ansatz *ar(e)g^- bereiten die germ. Worte Schwierigkeit, doch s. oben. Der Ansatz eines 2. Wurzelvokals (areg^-) ist nur durch ai. rajata“m an die Hand gegeben, also zweifelhaft.
References: WP. I 82 f. , II 362 f. , WH. I 66, 848, Feist 25, Schwyzer Gr. Gr. I 260, 447, 481, Frisk Nominalbildg. 4.Specht (Dekl. 1141) setzt wegen gr. „rmh leuk» Hes. eine Farbwurzel ar- an, die er mit al- (oben S. 31) gleichsetzt.
Page(s): 64 - 65
Wegen des Bedeutungsunterschiedes ganz fragliche Gleichung; keinen Einwand bietet freilich der nicht ausreichende Anklang von „rakoj an Ōroboj rbinqoj. Nichtverwandt trotz Fick II4 16, 17 sind gr. „rtoj `Brot' (dunkler Herkunft, s. Boisacq 84), mir. arbar `Getreide' (s. *ar- `pflugen'), arn `Brot'.
References: WP. I 84, WH. I 67. Page(s): 66 - 67Arm. argel `Hindernis', denomin. argelum `wehre, halte ab, halte zurµck'; vielleicht mit o-Abt£nung orm `Mauer' (*ork-mo-?);
gr. ¢rkw `wehre, halte vor, schµtze, helfe; halte vor, reiche aus, genµge' (¢rksw, ½rkesa) wohl aus *¢rkiøw; „rkoj n. `Schutz' (Alkman); „rkioj `ausreichend', aŁt-£rkhj `sich selbst genµgend', pod-£rkhj `rnit den Fµen ausreichend, schnell' (s. auch Bechtel Lexil. 279 f. );
lat. arce”, -re `verschlieen, einhegen; durch Abschlu fernhalten, abwehren, verhindern', arca `Kasten, Kiste, Lade, Geldschrank; Sarg' (eigentlich `Verschlu', vgl. arcnus `unter Verschlu, geheim'; aus dem Lat. stammt got. usw. arka `Kasten, Geldkasten, Arche', ahd. arahha, archa `Arche' und aus dem Germ. wieder aksl. raka `Grabh£hle', apr. arkan Akk. Sg. `Arche'), arx `feste H£he, Burg', arcera `bedeckter Wagen' (Suffix nach cumera, vgl. WH. I 63) osk. tri“i“barakavu“m `aedificare' (setzt ein *trbark- `ein Haus einhegen' voraus);
ahd. rigil, mhd. rigel `Riegel', mengl. rail (ags. *reogol), Gµntert Kalypso 136;
lit. ra~ktas `Schlµssel', raki°nti `schlieen';
hett. ?ar(k)- `halten, hahen', G£tze und Pedersen Mur«ili 50.
Durch die Bed. wenig empfohlen wird Heranziehung von cymr. archen `Kleidung, Schuh', bret. arc'henna `Schuhe anziehen' (mir. acrann `Schuh, Kleidung' wohl aus arc- umgestellt, Stokes KZ. 41, 381).
UØber den von W. Foy KZ. 35, 62 als `Burgberg' gedeuteten apers. Bergnamen arkadri- s. Justi IA. 17, 106 (angeblich (H)ara-kadri« `Bergschlucht'), aber dazu wieder Bartholomae Z. altiran. Wb. 105 Anm. 1, 116.
Gegen Anreihung von slav. raiti `wollen, g£nnen' (Bruckner KZ. 45, 108 Anm. ) spricht die Bed.
Als Form mit o-Abt£nung (oder allenfalls mit or = r) gilt lat. Orcus `Unterweltsgott; Unterwelt, Totenreich' (`Verschlieer'? unsicher).
References: WP. I 80 f. , WH. 62 f. , 848. See also: AØhnlich aleq- `abwehren, schµtzen' und areg- (s. d. ). Page(s): 65 - 66
gr. ¢rŅw (½rosa, „rotoj) `pflµge, ackere', ¢rŅthj, ¢rot»r `Pflµger', „rotron `Pflug'; mit ursprµnglicher Vokalisierung der 2. Silbe herakl. ar£Æjonti, gortyn. „ratron. ¢rŅw usw. setzt nach Persson Beitr. 669 ein idg. *aro- neben *ar- voraus (vgl. toch. re), oder trat an Stelle von ¢r£w gleichzeitig mit der Umbildung vieler faktitiver Denominative auf -£w zu solchen auf -Ņw nach den daneben liegenden o-Nomina, unter besonderem Einflu von neŅw `Land neu umpflµgen'.
lat. ar”, -re `pflµgen, ackern' (fµr lteres *ar-mi), artor `Pflµger', artrum `Pflug' (-- fµr *-a¢- nach arre);
mir. airim `pflµge', cymr. arddu (aus *arj-) `pflµgen', arddwr `Pflµger', mir. ar n. `Ackerland', cymr. ar f. ds. , mir. ar-a“n `Brot', arathar (*artrom), cymr. aradr, corn. aradar, mbret. arazr, nbret. arar `Pflug'; mir. airem (*ariøom”), Gen. aireman `Pflµger', auch PN Airem-o“n;
got. arjan, anord. erja, ags. as. erian, ahd. erran, mhd. ern `pflµgen, ackern', anord. arr `Pflug', ahd. art `gepflµgtes Land', ags. ear, ier f. `gepflµgtes Land, Ertrag' (s. auch unter *ar- `fµgen' µber nhd. Art), mhd. arl, nhd. Arl, Arling `Pflug' (ob Lehnwort aus slav. *ordlo? echt germ. nach Meringer IF. 17, 121);
lit. ariu°, a“rti `pflµgen', a“rklas (*ar-tlom) `Pflug', arkly~s `Pferd' (als `Pflugtier'); arto“jas `Pflµger' (*ar-tiøa-), apr. artoys `Ackersmann' (mit sekundrer Dehnstufe lit. ore~ `Pflµgezeit', vgl. gr. polŚhroj polu£rouroj Hes. ), lett. ar'u `pflµge', ara, re `Ackerland'; lit. armena° `oberflchlich gepflµgte Erdschicht';
aksl. orjo§, orati `pflµgen'; ralo (serb. ra?lo, poln. rado) `Pflug' (*ar()-dhlom: lit. a“rklas), ratajü `Pflµger'; µber slav. *ora- s. Trautmannn 13;
toch AB aÆre `Pflug'. Hierzu geh£rt:
ar()uø-:
Arm. haravunk` `Ackerland' (Scheftelowitz BB. 29, 58), lat. arvus, -a, -um `zum Pflµgen bestimmt, Acker, Saat', bes. arvum `Saatgefilde, Flur', umbr. arvam-en `in arvum' (= dem lat. fem. arvas A. Pl. ), ar(u)via `Feldfrµchte'; mir. arbor (*aruør) `Getreide', Dat. arbaim, Gen. (schon air. ) arbe (*aruøens), Pl. N. A. arbanna (r/n-St. : Stokes KZ. 37, 254, Pedersen KG. I 63, II 106; davon airmnech `der Mann, der viel Getreide besitzt', Corrnac's Gl. , mit -mn- = -vn-, Stokes KZ. 38, 458); gr. „roura `Ackerland' (formell noch nicht klar; wohl nach Benveniste Norns 113 aus *¢ro-raÆ, Erweiterung von ¢ro-ar aus *aro-uør, vgl. mir. arbor. Unglauhhaft Otre§bski KZ. 66, 78).
Die durch ihr altes e- abweichenden cymr. erw f. `Feld', Pl. erwi, er-wydd, corn. erw, ereu ds. , abret. mbret. eru, nbret. ero `Furche' geh£ren dagegen zu ahd. ero `Erde', gr. ra, arm. erkir `Erde' (fµr letzteres vermutet Pedersen KZ. 38, 197 ebenfalls ein *eruø- als Grundlage), m£gen aber die Anwendung fµr bebautes Feld von einem *ar()uøo- µbernommen haben.
Aus dem Mangel arischer Entsprechungen darf nicht gegen die Bekanntschaft mit dem Pflug in indogermanischer Urzeit geschlossen werden.
References: WP. I 78 f. , WH. I 69, Schwyzer Gr. Gr. I 362, 683.Nach Specht KZ. 68, 422 weiterhin zur Wz. *er- (er-5) `zertrennen' als `den Boden aufreien'?
Page(s): 62 - 63UØber ai. aryama“n n. `Gastlichkeit', m. `Gastfreund', av. airyaman-, npers. rmn `Gast', s. oben unter al-1.
Sollte W. Krause (Runeninschriften 539) richtig urnord. arjostR N. Pl. `die Vornehmsten' lesen, so mµte allerdings ein urnord. *arjaR `vornehm' und ein idg. *ariøo- angesetzt werden, das im Ai. lautlich mit einer Ableitung von ari“- `Fremder' zusammengefallen wre. Kelto-germ. PN Ario-vistus beweist allerdings nichts, da Ario- fµr *Hario- stehen k£nnte. Auch air. aire, airech `Freier' sind zweideutig, s. oben unter al-1.
References: WP. I 80. Page(s): 67------------------
*) E. -M. 74 will wegen arm. eri `Bug, Schulter von Tieren', y-eriurel `anpassen' eine Grundform *er- postulieren. Aber arm. eri geht nach Liden Me“l. Pedersen 88 f. auf idg. *rito-, *riti zurµck! Vgl. Trautmann 242.
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Av. arnte `sie setzen sich fest, bleiben stecken', ai. ara“-h· `Radspeiche', aram, a“lam Adv. (a“ram·kar-, alam·kar `zurechtmachen' und `dienen', wozu wohl ąrą-ti“- `Diener' und r-ti“- `bereitwillig', av. riti `dienstwillig, Diener') `passend, genug', av. arm `passend, entsprechend' (arÆm-pi±w `Mittag' = `die zum Mahle passende Zeit', woneben ra-pi±w ds. mit schwundstufigem ra- neben *ara-, wovon arm Adv. , Bartholomae Airan. Wb. 189, 1509), ratu- m. , `Richter, Schiedsrichter' und `Zeitraum' (gemeinsame Grundbedeutung etwa `Zurechtlegung', woraus `Zurechtlegung des Rechts' und `richtiger Zeitpunkt'); ai. ar-p-a“yati `steckt hinein, befestigt'; µber hett. ?ar-ap- (?arp-) `hinstellen'? vgl. Couvreur H? 114 f. ;
arm. arnem `mache', y-ar `consentaneo, congiunto, contiguo, appresso' (arar `hat gemacht' = gr. „rare), wovon yarem `aggiungere, congiungere' (Bugge KZ. 32, 21), ·ar `schlecht' mit negativem · [= o·] `nicht passend' (Bugge aaO. 23);
gr. ¢rar skw, Perf. „raÆra `fµge zusammen', „rmenoj `angefµgt, passend', Ōar `Gattin' (wohl nach Brugmann IF. 28, 293, Schwyzer Gr. Gr. I 434 hierher mit Prf. *o-, kaum zur Wz. *ser- oder Wz. *uøer-, ¢-e rw); dazu Ńar zw `habe vertrauten Umgang'; auch `plaudere vertraulich'; calko-£raj `erzgefµgt, gepanzert', auch ceri-£raj tktwn Pind. , „r-qron `Glied, Geleuk', ¢rqmŅj `Verbindung, Freundschaft', „rqmioj `vereint'; mit t-Suffixen homer. d£m-ar-t- `Hausfrau' (`die des Hauses Waltende'), ol. dŅmortij Hes. ; pul£rthj `Hades als Verschlieer des Unterweltstores' (Schwyzer Gr. Gr. I 451, 5); ¢re- in ¢rskw `gleiche aus, mache gut, befriedige', ¢rskei moi `es pat, gefllt mir', ¢rskesqai, ¢rssasqai `sich verstndigen, einig werden mit jemandem; sich geneigt machen, vers£hnen', ¢ret» `Tµchtigkeit', ¢re wn `besser' (in Beziehung steht wohl ¢ri- `sehr' in Kompositis, womit Reuter KZ. 31, 594a 1 auch ai. ari-g³rta“-, -«·tuta“- als `eifrig gepriesen' vergleichen m£chte; unsicher wegen gr. ri- `sehr' s. Boisacq s. v. , oben S. 24 Anm. ); „ristoj `besser, best', ¢risterŅj `links'.
Mit Dehnung qum-»rhj `wohlgefllig', Ómhroj `Gatte; Geisel, Unterpfand', Šmhrw `treffezusammen'; nach Birt Philol. 87, 376 f. wre Omhroj eigentl. `Begleiter, der Blinde, der mit seinem Fµhrer geht'.
Aus dem Slav. vielleicht poln. ko-jarzyc“ `knµpfen, verbinden, vereinigen' (z. B. Miklosich EWb. 100, Berneker 31, 532).
UØber das vielleicht verwandte gr. „ra, lit. ir~ s. 4. ar `nun, also'.
Toch. A rwar, Ā rwer, rwar `bereit', Ą ąrm, Ā ere `Gesicht' (vgl. lat. figura). Van Windekens BSL. 41, 56, Duchesne-Guillemin ebenda 173.
t-Bildungen: rt-, art- `zusammengefµgt'.
Ai. rta“- n. `passend, recht', rta“m n. `wohlgefµgte, heilige Ordnung' (zur Bed. s. Oldenberg GGN. 1915, 167-180; nicht `Opfer'), rtna `rite', av. arta-, rta- n. , apers. arta- (in Kompos. ) `Gesetz, Recht, heiliges Recht', av. a«a- u. , `was recht, wahr ist', ai. rtvan(t)- `ordnungsgem, gerecht', av. a«¢van/t/-; ai. rtu“-h· `bestimmte Zeit, Ordnung, Regel', rti“-h· f. `Art, Weise' (zu unserer Wz. nach Kluge PBrB. 9, 193; s. auch Meringer IF. 17, 125, B. Geiger WZKM. 41, 107), av. aipi-rta- `bestimmt, fest zugewiesen';
arm. ard, Gen. -u (= gr. ¢rtŚj, lat. artus, -³s, vgl. auch oben ai. rtu“-h·) `struttura, costruzione, ornamento' (Hµbschmann Arm. Gr. I 423, Bugge KZ. 32, 3), z-ard `apparatus, ornatus'; ard `soeben, jetzt' (= gr. „rti) (Bartholomae Stud. II 23, Bugge aaO. , Meillet Esquisse 36), ardar `gerecht' (Hµbschmann Arm. St. I 21, Arm. Gr. I 423; PerssonBeitr. 636 a 2 erwgt dafµr auch idg. dh; vgl. av. ardra- `getreu, zuverlssig, glaubenstreu, fromm' und die anderen unten genannten dh-Ableitungen), ardiun `struttura (Pedersen KZ. 40, 210);
gr. ”mart» `gleichzeitig' (Instr. eines *”m-artŅj `zusammengefµgt, zusammentreffend'), Šm-artw `schliee mich an jemanden an, begleite' (auf Grund eines *Óm-artoj); ti-St. in ¢rti-ep»j (`des Wortgefµges kundig'), ¢rt -po(u)j `mit gesunden Fµen', ¢rt -frwn `mit fest(gefµgt)em Verstande' (vermutlich auch in „rtamoj `Schlchter; M£rder', wovon ¢rtamw `schlachte, zerstµckle', nach J. Schmidt Krit. 83 f. aus *¢rti- oder allenfalls *¢rtotamoj `kunstgerecht zerschneidend', vgl. ai. rta-n- `richtig fµhrend', rta-yuj `richtig eingeschirrt'); wohl auch ¢rtem»j `frisch und gesund', vårmutlich dissimiliert aus *¢rti-dem»j zu dmaj `mit wohlgefµgtem K£rper'; „rti `eben, gerade' von der Gegenwart oder nchsten Vergangenheit (vgl. oben arm. ard `soeben, jetzt' und ard-a-cin `neugeboren' wie gr. ¢rti-gen»j; morphologisch noch nicht ganz klar, vielleicht Lokativ); ¢p-art `genau, gerade', „rtioj `angemessen, gerade, vollkommen', ¢rti£zw `spiele gerade oder ungerade', ¢rt zw `mache fertig, bereite', „rsion d kaion Hes. , ¢n£rsioj `feindlich', part»j `gerµstet';
¢rtŚn fil an ka sŚmbasin, ¢rtŚj sŚntaxij (= lat. artus) Hes. , ¢rtŚw, ¢rtŚnw `fµge zusammen, bereite', ¢rtŚÆnaj, „rtuÆnoj, ¢rtuÆt»r Beamtentitel von Argos, Epidauros, Thera.
Lat. artus `eng in Raum und Zeit, straff' (Adv. art, ursprµngl. Instrumental wie ”mart»); ars, -tis `die Geschicklichkeit, Kunst, Art und Weise' (eigentlich `Zusammenfµgung, Gabe richtig zusammenzufµgen' = mhd. art), dazu die Komposita in-ers `kunstlos, trge', soll-ers `geschickt', allers, alers `gelehrt'; arti”, -ire `fest zusammenfµgen, zusammenpressen' (jµnger artre); artus, -³s `Gelenk, Glied', articulus `ds. ; Augenblick, Wendepunkt';
lit. arti° `nahe' (Lok. des ti-St. );
mhd. art f. `Art und Weise', anord. ein-arr `einfach, aufrichtig', eino§rd `Zuverlssigkeit';
toch. Ā ar(t)kye `reich, wertvoll' (?).
m-Bildungen:
A. Von der leichten Basis ar-.
Arm. y-armar `passend, angemessen' (Bugge KZ. 32, 21);
gr. ”rmŅj `Fuge, Zusammenfµgung, Gelenk', ”rmo `eben, jµngst' (”rmŅzw `verbinde, fµge zusammen, passe an, ordne', ”rmon a `Verbindung, Bund, Ebenma, Einklang'), ¤rma `Wagen' (µber den ` dieser Worte s. Sommer Gr. Lautst. 133, Meillet BSL. 28, c. -r. 21 f. [*arsmo-?], Schwyzer Gr. Gr. I 306; weitere Lit. bei Boisacq 79), ”rmali£ `zugeteilte Nahrung, Proviant';
lat. arma, -”rum `Gertschaften, Rµstzeug, Waffen', armentum `Rudel von Pferden oder Rindern'.
Darau klingt an anord. jo§rmuni `Rind, Pferd' und die PN got. *Ai“rmana-reiks, ags. Eormenrc, aisl. Jo§rmunrekr, mhd. Ermenrch; dasselbe erste Glied zur Bezeichnung von etwas groem auch z. B. in Ermunduri `Grothµringer', anord. jo§rmungrund `die weite Erde' = ags. eormengrund, ahd. irmindeot, as. Irmin-s³l, und in der Kurzform Herminones. Doch bestreitet Brµckner KZ. 45, 107 mit Recht, da `Grovieh' die ursprµngliche und `gro' die daraus abgeleitete Bed. sei und entscheidet sich umgekehrt fµr `gro, erhaben' als Ausgangspunkt wegen slav. rame¹nś `gewaltig, stark, heftig, pl£tzlich' (ob hierher lit. er~mas `Ungeheuer', lett. e§r~ms `Affe, Possenreier, wunderliche Erscheinung'?), das als `emporgeschossen' zu *er-, *or- (orior usw. ; vgl. formell Ōrmenoj), nicht als `festgefµgt, massiv' zu *ar- `fµgen' geh£rt.
Aksl. jarümś `Joch' (z. B. Miklosich EWb. 100, Berneker 31), sloven. je“rmen `Jochriemen, Riemen'; mit schwundstufigem Anlaut und themat. Vokal: aksl. remenü, serb. re°“mn usw. `Riemen'; Specht Dekl. 149 f.
Toch. Ā yarm, AB yrm `Ma'.
Ā. Von der schweren Basis ąr-mo-: rÆ-mo- `Arm'.
Ai. rma“-h· `Arm, Vorderbug' (ursprµngl. `Achselgelenk', vgl. „rqron, lat. artus) = av. ąrmą- `Ąrm', osset. rm `hohle Hand', lm-ri·n, rm-ri·n `Ellenbogen', lat. armus `der oberste Teil des Oberarms, Schulterblatt, bei Tieren der Vorderbug' (aus *ar//mos), gall. aram” `Gabelung', *aramones `Schårenarme der Deichsel' (Wartburg I 119, Jud bei Howald-Ģåóår R£m. Schweiz 374 ff. ), apr. irmo f. `Arm', lit. i°rmede (`Armfra', d. i. :) `Gicht in den Gelenken', irm-liga `Gicht' (s. Trautmann Apr. 347); hochstufig lit. ¼em. Pl. tant. armai~ `Vorderarm am Wagen' (ibd. ), aksl. ramo, rame§, serb. ra°“me `Schulter', got. arms, ahd. usw. arm `Ąrm', ąrm. armukn `Ellenbogen' (Hµbschmann Arm. Stud. I 21).
Wzf. r-, r-:
Lat. reor, rr `berechnen, meinen, dafµrhalten' (das primitivste Zhlen wird vom Aufeinanderlegen oder -schichten der zu zhlenden Stµcke begleitet), Partiz. ratus `in der Meinung', aber auch `berechnet, bestimmt, gµltig, rechtskrftig', rati” `Berechnung, Erwgung, Vernunft, Beweggrund, Grund'; nach EM. 793 hierher (pr”)porti” aus porti”ne =pr” rati”ne;
got. *gara?jan (nur Partiz. gara?ana) `zhlen', an. hundra, nhd. Hundert (*raa n. `Zahl' = lat. ra¢tum; s. Fick III4 336); ahd. girad `gerad (nur von Zahlen)', nhd. gerad (nur von durch 2 teilbaren Zahlen; verschieden von gerad = geradeaus), mit neuem Ablaut anord. t-r?Ær eigentlich `nach Zehnern gezhlt' (Fick III4 336); got. ra?j” `Zahl, Rechnung, Rechenschaft', as. rethia `Rechenschaft', ahd. radja, redea `Rechenschaft, Rede und Antwort, Rede, Erzhlung', afries. birethia `anklagen', as. rethi”n, ahd. red(i)”n `reden' (die genaue UØbereinstimmung von ra?j” mit lat. ratio bestimmt z. B. Kluge11 s. v. `Rede' zur Annahme von Entlehnung des germ. Wortes unter Einflu von gara?ian; richtiger scheint mir Falk-Torp 886 ra?j” als primre -iø”n-Ableitung von der germ. Wz. *ra?-[gara?jan] zu bestimmen).
Ob hierher auch anord. ro§ `Reihe, bes. dem Strande entlang ziehende Erh£hung', mnd. rat f. `Reihe'? (Fick III4 337; `Reihe' als `aneinander Gefµgtes, Geschichtetes'?).
Ahd. rmen `nach etwas trachten, streben, zielen', as. r”mon `streben', mhd. mnd. rm `Ziel' kann als `geistig zurechtlegen, berechnen' unserem *r- zugeh£ren, wenn auch dabei das (erst jµnger belegte) Subst. rm als Bildung mit Formans -mo- der Ausgangspunkt gewesen sein mu.
dh-Erweiterung r-dh-, r”-dh-, r-dh-:
Ai. rdhn”“ti, r“dhyati `macht (passend) zurecht, bringt zustande; gert, gelingt, hat Glµck womit; befriedigt, gewinnt jemanden', rdhayati `bringt zustande, befriedigt', rdha-h· m. , rdhah· n. `Segen, Gelingen, Wohltat, Gabe, Freigebigkeit', av. raiti `macht bereit', ra- m. `Fµrsorger', rdah- n. `Sichbereitstellen, Bereitwilligkeit (in religi£ser Hinsicht)', apers. rdiy (Lok. Sg. ) `wegen' (vgl. aksl. radi s. unten), npers. ryad, rstan `schmµcken'; air. imm-rdim `µberlege, µberdenke', ącómr. amraud `mens', ncymr. amrawdd `Gesprch' mit ders. Bed. wie air. no-ridiu, no-rdim `sage', mcymr. adrawd `erzhlen' und got. r”djan, anord. r?Æa `reden' (vgl. auch oben nhd. Rede, reden; no-ridiu und r”djan setzen, wie sl. raditi, ein kaus. -iter. *r”dheiø” fort); got. gardan `worauf bedacht sein, Vorsorge treffen', urrdan `urteilen, bestimmen' (vgl. zur Bed. bes. lat. rr), undrdan `besorgen, gewhren', ahd. rtan `raten, beratschlagen, worauf sinnen, anstiften, deuten (Rtsel), auffordern, wofµr sorgen, verschaffen', as. rdan, anord. ra, ags. r?Ædan (letzteres auch `lesen', engl. read), Subst. ahd. rt m. `vorhandene Mittel, Rat, Ratschlag, UØberlegung, Entschlu, Absicht, Vorsorge, Vorrat', hnlich as. rd, anord. rd, ags. r?Æd; aksl. raditi `sorgen' (serb. ra^di^m, ra“diti `arbeiten, trachten', rad `Geschft, Arbeit'; s. Uhlenbeck KZ. 40, 558 f. ), radi `wegen', woneben *rdh- in aksl. nerodś `Vernachlssigung', sloven. ro“§dim, ro§“diti `sorgen, sich kµmmern'.
Wzf. (a)r¢-, ri- (s. Person Wzerw. 102, 162, 232; Beitr. 741):
Gr. ¢rar skw (wenn nicht Neubildung, s. oben S. 56), ¢riqmŅj `Zahl', n»ritoj `ungezhlt', arkad. p£ritoj `p lektoj, auserlesen', ¢rim£zei ”rmŅzei Hes. ; lat. rtus, -³s `hergebrachte Art der Religionsµbung, Gebrauch, Sitte, Gewohnheit, Art', rte `in passender Art, nach dem rechten religi£sen Gebrauch' (Lok. eines neben r-tu-s liegenden kons. St. *r-t-); air. rm `Zahl', ram (*ad-ri-m) ds. , do-rmu `zhle', cymr. rhif `Zahl', anord. rm n. `Rechnung, Berechnung', as. unrm `Unzahl', ags. rm n. `Zahl', ahd. rm m. `Reihe, Reihenfolge, Zahl' (die Bed. `Vers, Reim' von anord. und mhd. rm wohl nach Kluge10 s. v. Reim aus frz. rime, das aus rythmus herzuleiten ist).
Vielleicht ist auch *ri- `Sache' (lat. rs usw. ) nach Wood ax 226 anzureihen als Wznomen der Bed. `aufgestapeltes Hab und Gut'.
Dazu wahrscheinlich als dh-Erweiterung ri-dh- (vgl. oben r-dh- neben r-):
Got. garai?s `angeordnet, bestimmt', raidjan, garaidjan `verordnen, bestimmen', anord. g-reir `bereit, leicht, klar', greia `auseinanderwickeln, ordnen, zurechtlegen, zustande bringen, entrichten, zahlen', mhd. reiten `zurµsten, bereiten, zhlen, rechnen, berechnen, bezahlen', reite, gereite, bereite, ahd. bireiti `bereit', antreit `series, ordo', lett. riedu, rizt `ordnen', raids `bereit, fertig', ridi, ridas `Gert, Kram'.
Ganz fraglich ist die von Persson aaO. erwogene Zugeh£rigkeit von aksl. ora§dije `apparatus, instrumentum' (nicht aus ahd. runti `Botschaft' entlehnt, s. Pedersen KZ. 38, 310), re§dś `Ordnung', lit. ri“nda `Reihe', lett. rin~da `Reihe, Zahl'. Unter der Voraussetzung, da diese idg. d, nicht dh fortsetzen (*re-n-d-), reiht man (z. B. Fick I4 527, Pedersen aaO. , s. auchEM. 711) auch die folgende Sippe an: Ńrdw `lege ein Gewebe an', ŃrdikŅn tÕn citwn skon. P£rioi, Ōrdhma ¹ tolŚph tīn r wn Hes. , lat. ”rdior, -r, ”rsus sum (aus der Webersprache, Bre“al MSL. 5, 440) `anzetteln, anreihen, anfangen, beginnen', ex”rdior `zettle ein Gewebe an', red”rdior `hasple ab', ”rdo, -inis `Reihe, Ordnung' (auch umbr. urnasier scheint = ordinariis zu sein, Linde Glotta 3, 170 f. ; anders Gl. 5, 316), Trifft der Zusammenhang mit ar- `fµgen', das dann auch von der Weberei gebraucht gewesen wre, zu (Persson Wzerw. 26, Thurneysen Thes. unter artus, -³s), so wre der Vokal von *or-d-eiø” als Kausativ-Iterativ-Vokalismus zu rechtfertigen.
Noch fraglicher ist, ob nach Reichelt KZ. 46, 318 als k-Erweiterungen der Basen ar-, ar- mit derselben Anwendung auf die Weberei auch anzureihen seien:
Gr. ¢r£cnh `Spinne', lat. arneus `zur Spinne geh£rig', arnea, -eus `Spinne' (*ar-k-sn; der Wortausgang zu *sn- `nere' als `Netzspinnerin'?); angeblich dazu (Walter KZ. 12, 377, Curtius KZ. 13, 398) gr. „rkuj `Netz', ¢rk£nh tÕ ·£mma ń tÕn st»mona gkataplkousina diazŅmenai Hes. (s. auch Boisacq 79), wozu nach Bezzenberger BB. 21, 295 lett. er'kuls `Spindel; Wickel von Heede zum Spinnen' (das fµr *arkuls stehen kann). Lide“n IF. 18, 507 f. stellt besser „rkuj zu slav. *orkyta, serb. ra°kita `Rotweide' und lett. e~rcis, gr. „rkeuqoj `Wacholder' als Struchern mit zum Flechten verwendbaren Zweigen.
References: WP. I 69 ff. , WH. I 69, 70, Trautmann 13 f. See also: S. unten arqu- und erk-. Page(s): 55 - 61arm. arnum `ich nehme', Aor. ar (Hµbschmann Arm. Gr. I 420; die Bed. aus medialem `teile mir zu' vgl. ai. da“lmi `gebe': dat `nehme an mich, empfange'; ebenso in:)
gr. „rnumai `erwerbe, suche zu erreichen, empfange, bes. als Preis oder Lohn', durativ gegenµber ¢rsqai `erwerben, gewinnen', Aor. ¢rŅmhv, ŗrŅmhn; misq£rnhj, m sqarnoj `Lohnarbeiter', „roj n. `Nutzen' (Aesch. );
hitt. ar-nu-mi `ich bringe' (Schwyzer Gr. Gr. I 696) geh£rt wohl eher als Kausativ zu 3. er- `sich in Bewegung setzen'.
Den Hochstufenvokalismus der Wz. sicherstellende Formen fehlen.
References: WP. I 76 f. Page(s): 61
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